Presseberichte
Medi Taping nach Dr. Dieter Sielmann
Seit einiger Zeit wende ich diese neue Therapieform mit großem Erfolg in meiner Praxis an.
Diese Behandlung hat ihre Wurzeln im Kinesio-Taping, welches vom japanischen Chiropraktiker Dr. Kenzo Kase entwickelt wurde. Dr. Kase wollte mit elastischen Tapes Sportverletzungen behandeln, die vor allem muskulären Ursprungs waren.
Dr. Sielmann lernte die Therapie am eigenen Leib kennen, als er selbst unter heftigsten Rückenschmerzen litt und nach einer solchen Behandlung schmerzfrei wurde.
Er verbesserte die Anwendung indem er auf die Statik des Patienten achtete und die ernergetische Farbwirkung mit integrierte.
Nachfolgend können Sie verschiedene Fachartikel von Dr. Sielmann zu dieser einzigartigen Therapie lesen.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob diese Methode auch bei Ihrem Beschwerdebild helfen könnte, rufen Sie mich an ich werde Ihnen gerne weiter helfen.
Häufigster Grund für Rückenschmerzen und Knieschmerzen sind meistens nur Muskelverkürzungen
Dieter Sielmann
Ich beschäftige mich seit über 1 ½ Jahren mit einer völlig neuen Therapieform, die ohne Medikamente Schmerzen mit unvorstellbarem Erfolg therapiert. Sie heißt „Energetisch physiologisches Kinesio-Taping“. Dabei ist mir aufgefallen, dass die meisten Schmerzen muskulär bedingt sind. Die Beobachtung, die ich dabei gemacht habe, veranlasst mich, Ihnen diese Feststellung mitzuteilen, um vielen Menschen unnötige fehlgeschlagene Therapien weiterhin zu vermeiden oder gar unnötige Operationen durchführen zu lassen. Ich habe mindestens 30 Patienten bisher behandelt, die operiert wurden und trotzdem noch über die gleichen Beschwerden klagten. Jene Patienten wurden dann durch meine neue Methode von ihren Schmerzen befreit.
Da ich mittlerweile auf eine große Zahl von Behandlungen zurücksehen kann, kristallisiert sich immer mehr eine nicht zu glaubende Bebachtung heraus.
In der Skizze sehen Sie eine grobe und leicht übertriebene Zeichnung, die die Problematik aber sehr gut verdeutlicht.
Die mit häufigste muskuläre Erkrankung, die wir bei älteren Menschen sehen, die leider sehr oft übersehen wird, und für die es bisher nur wenig Therapiemöglichkeiten gab, ist die Iliopsoas - (im weitesten Sinne auch Oberschenkelmuskulatur) und auch die Adductorenverkürzung. Wenn man dann noch bedenkt, dass ich auch schon eine 30-Jährige mit einer beginnenden Iliopsoasverkürzung behandeln musste, wird einem deutlich, wie wichtig es ist, diese Krankheit früh genug zu erkennen.
Mit den Jahren verkürzen sich der M. iliopsoas und auch die Adducctorengruppe der Oberschenkel. Da der M. iliopsoas seinen Ursprung an der ventralen Fläche des Processus costales aller Lendenwirbel hat und bis zum Oberschenkel zieht, kippt er das Becken bei langsamer Verkürzung nach frontal ab, wie in der Skizze in grober Andeutung zu erkennen ist. Damit der Patient aber nicht nach vorne überkippt geht er kompensatorisch in die Knie.
Es ist verständlich, denn diese Fehlhaltung bereitet dem Patienten nun dauerhaft eine Anspannung der Rückenmuskulatur und der Kniemuskulatur. Folge der dauernden Anspannung und Fehlhaltung sind unterversorgte Muskulaturen, die sich dann entzünden und anfangen zu schmerzen. Ich meine aber auch, dass die chronische ISG-Problematik hier eine große Rolle spielt.
Durch die Behandlung mit Kinesio-Taping erreiche ich eine sofortige Muskelrelaxion der Oberschenkelmuskulatur und Schmerzlinderung. Der Patient kann sich wieder aufrichten und in die normale entspannte Position übergehen. Erst jetzt setzt der Patient seine Gehmuskulatur wieder ein. Es ist regelmäßig zu beobachten, dass die Schmerzen nicht nur im ISG-Bereich beklagt werden, sondern auch Beschwerden im Ansatz des Muskulus Glutaeus maximus oder auch im Muskulus Piriformis.
Die Bereiche der Oberschenkelmuskulatur und der Gesäßmuskulatur werden mit Tapes versorgt, damit der Patient beschwerdefrei ist. Häufig gibt der Patient plötzlich leichte Dehnungsschmerzen im dorsalen Oberschenkel an.
Da der Patient wieder gerader stehen und sich aufrechter bewegen kann, wird er jetzt die dorsalen Muskelgruppen auch mehr dehnen können und es kommt somit zum Dehnungsschmerz. Auch hier wird ein Tape über die Muskulatur geklebt und der Patient gibt eine sofortige Schmerzbefreiung an.
Sollten im Kniebereich noch Schmerzen angegeben werden, so sollten hier die bewerten Knie-Tapes zur Anwendung kommen.
Leider werden viele Patienten mit dieser Iliopsoasverkürzung nicht erkannt und es werden häufig Röntgenbilder, Computertomogramme oder auch Kernspinnuntersuchungen angeordnet. Diese Patienten sind in einem Alter in dem häufig eine radiologische Auffälligkeit wie Ar-
throse, Gelenkveränderungen, Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalverengungen oder sonstige Veränderungen gleichzeitig bestehen. Meine Beobachtung ist es jedoch, dass mit meiner neuen Methode die Patienten beschwerdefrei werden, obwohl ich ihnen eigentlich gar nicht helfen könnte. Folglich haben die Schmerzen einen anderen Grund gehabt und sind nicht die Ursache für die Beschwerden gewesen. Leider werden viele Patienten operiert, die kurzfristig beschwerdefrei sind, da sie entlastet werden und krankengymnastisch behandelt werden, aber leider nach kurzer Zeit über die gleichen Probleme klagen. Diese Patienten habe ich leider häufig gesehen und verschweige tunlichst an die Möglichkeit zu denken, dass diese Operation zu verhindern gewesen wäre.
Man kann die überlastete Muskulatur nicht bildgebend darstellen. Also existiert sie für uns Mediziner nur bedingt. Wir verlassen uns lieber auf unsere Apparatemedizin als auf unsere fünf Sinne. Bedenkt man, dass eine Geräteleistung auch wesentlich besser honoriert wird als eine körperliche Untersuchung.
Ich möchte mit diesem Beitrag aufmerksam machen und die Kollegen motivieren dieses obengeschilderte Krankheitsbild zu bedenken. Ich habe, bis ich die Kinesio-Taping-Methode kannte, leider diese Erkenntnis nicht gehabt und die gleichen Fehler gemacht.
Mit dem „Energetisch physiologischen Kinesio-Taping“ kann ich noch folgende Krankheitsbilder erfolgreich therapieren:
Klassische Indikationen für das
„Energetisch physiologische Kinesio-Taping“ sind:
HWS-Syndrom (muskuläre Hypertonie, Kopfschmerz, Migräne, Tinnitus),
Cervico Brachialgie (Epicondylitis, Carpal-Tunnel-Syndrom),
Skoliosen, Fersensporn, Prostatitis, Beeinflussung auf innere Organe,
LWS-Syndrom (ISG-Blockierung, Ischalgie, Diskusprolaps, Harninkontinenz),
Coxarthrose, Knie (Post-OP), Muskelteilrupturen, Fibromyalgie,
Gelenkdistorsion Thrombophlebitiden, KISS-Syndrom
Lymphödem (obere und untere Extremitäten), Apoplexspätzustände,
Verschiedene Schmerzzustände
Dr. Dieter Sielmann, Lilienweg 18, 23843 Bad Oldesloe
Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 2 / 2003
S. 31 - 33
Kammer-Info aktuell
Fersensporn - Neues Anwendungsgebiet für Taping?
Dieter Sielmann
Wenn es auch mal wieder unglaublich klingt, aber es sind allein in meiner Praxis bisher 26 Patienten, die sich wegen eines Fersenspornleidens zur Therapie vorstellten und die alle mit der Medi-Taping-Methode erfolgreich zu 100 Prozent keine Beschwerden mehr haben. Bei Kollegen, die die gleiche Therapieform angewendet haben, sind es über 50 Patienten bisher.
Fersensporne treten relativ häufig auf. So lässt sich bei etwa zehn Prozent der Bevölkerung ein Sporn nachweisen. Dies geschieht jedoch oft als Zufallsbefund ohne klinische Symptome und Beschwerden. Insgesamt sind Frauen häufiger als Männer betroffen. Das Durchschnittsalter der Erkrankten liegt zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr.
Der plantare Fersensporn tritt dabei häufiger auf als die Haglund-Exostose.
Haglund-Exostose: Knochenerhebung des hinteren oberen seitlichen Randes des Fersenbeins im Ansatzgebiet der Achillessehne. Häufig steht er in Verbindung mit einem entzündlichen Schleimbeutel.
Plantarer Fersensporn: Knöcherner zehenwärts gerichteter Sporn an der Innenseite der Fußsohle des Fersenbeins. Gelegentlich kommt es zur Entzündung des umliegenden Gewebes der Fußsohle.
Eine verstärkte Druckempfindlichkeit der Plantaraponeurose weist sehr oft auf eine Entzündung hin. Die Untersuchung der Wadenmuskulatur (Gastrocnemius/Soleus) zeigt beim Stehen mit durchgestreckten und gebeugten Knien oft eine reduzierte Beweglichkeit.
Bild 6 (Fotos: Dr. Sielmann)
Wenn der Ursprung der Sehne am mittleren Fersenbein wiederholt unter hoher Spannung steht (durch regelmäßiges Joggen oder Wandern beispielsweise), kann es dort zu winzigen Einrissen kommen. Sie führen dann zu Entzündungen und Gewebeveränderungen. Der Fersensporn selbst entsteht dadurch, dass der Körper an den Rissen Kalk ablagert.
Sporne entstehen durch Druck und Zug bei, Überbelastung und schlechtem Schuhwerk. Weitere auslösende Faktoren zur Entstehung eines Fersensporns sind zusätzlich Übergewicht und Belastung durch den Beruf. Besonders betroffen sind Berufe, bei denen sehr viel gestanden oder umhergelaufen wird.
Die Behandlung stützt sich bisher auf konservative Maßnahmen wie Fersenkissen, Polsterung und entzündungshemmende Medikamente. Aber auch eine Bestrahlung mit ionisierender Strahlung, z. B. Gammastrahlung, mit einer Dosis von z. B. 6 Gy, oder Operationen wurde mit mehr oder weniger Erfolg durchgeführt.
Wer je einmal Fersenschmerzen gehabt hat, weiß wie schrecklich diese sein können. Sie machen vor allem beim Aufstehen von einem Stuhl oder auch aus dem Bett starke Schmerzen, die oft bis an die Grenze des noch Erträglichen gehen können. Sie sind von einschießendem, brennendem Charakter und nehmen meistens je länger der Tag dauert, desto mehr zu. Der heftige und punktuelle Schmerz ist oftmals der einzige diagnostische Hinweis auf die Krankheit. Um die Diagnose abzusichern, müssen Röntgen- oder gegebenenfalls Ultraschall- oder Kernspinaufnahmen gemacht werden. Häufig sind Sporne auszumachen, aber auch ohne jegliche Veränderungen in den bildgebenden Verfahren wird über heftigste Schmerzen geklagt.
Bild 1
Bis hierhin ist alles bekannt gewesen. Genauso habe ich es auch gesehen, bis ich diese Krankheit begonnen habe, mit Medi-Taping zu therapieren.
Wie Sie wissen, beschäftige ich mich seit über drei Jahren sehr intensiv mit dieser neuen Therapieform. Also begann ich einfach die Sohle mit dem Tape zu bekleben, schön nach dem Motto, dort wo sich Schmerzen bemerkbar machen immer voll das Tape gedehnt auftragen. Bei einigen Patienten hatte man einigen Erfolg. Den absoluten Erfolg hatte man aber, wenn man noch zwei weitere Dinge berücksichtigte. Einmal musste man unbedingt die Wade mit in die Therapie einbeziehen, aber ebenso wichtig war die Tatsache, dass man die Blockaden der Wirbelsäule erkannte und erfolgreich mitbehandelte. Tat man dies, hatten die Patienten nach ca. vier Behandlungen überhaupt keine Beschwerden mehr. Alle berichteten schon sofort nach der ersten Behandlung eine deutliche Schmerzlinderung.
Ich habe die Beobachtung gemacht, dass diese Erkrankung durch Stress in der Wadenmuskulatur verursacht wird. Dass vor allem dieser Stress durch eine falsche Statik verursacht werden kann, wenn sich der Patient auf eine Waage stellt, sieht man, das Gewicht ist unterschiedlich auf die Beine verteilt. Blockaden können an unterschiedlichen Stellen chronische Beschwerden verursachen.
Bild 2
Alle behandelten Patienten hatten Blockaden, sei es im Atlas, Wirbelsäulenbereich oder im ISG (Iliosakralgelenk). Der Erfolg war vor allem auch von der Lösung der Blockaden mit abhängig. Ist der Körper aus seinem Gleichgewicht, ist die Belastung der Füße eine ganz andere, als wenn keine Blockade vorliegen würde. Die überlastete Muskulatur der Wade wirkt wie eine Hebelwirkung auf die Ferse, die wiederum einen vermehrten Zug auf die Plantaraponeurose ausführt (Bild 2).
Bei der Patientin handelt es sich um eine deutlich übergewichtige Frau, die seit drei Jahren unter einem Fersensporn leidet und schon, bis auf eine geplante Operation, alles probiert hat.
Bei der Untersuchung fiel auf, dass sie eine deutliche ISG-Blockade und auch ausstrahlende Schmerzen in die rechte Hüfte zu beklagen hatte. Es wurde die Blockade mithilfe der Akupunkturmassage nach Pencel und besonderen Tapes behandelt. Wie in der Abbildung zu sehen ist, wurde der ISG Bereich und die Glutealmuskulatur behandelt. Außerdem erhielt sie ein Wadentape. Schon nach einer Woche gab die Patientin an, nur wenig Schmerzen im Fuß zu verspüren. Nach vier Behandlungen war sie sowohl schmerzfrei in der Hüfte, als auch im Fuß. Aus Dankbarkeit erhielt ich die Genehmigung sie in meinem Artikel zu veröffentlichen (Bild 1 + 6).
Für mich ist es mittlerweile sehr verständlich, dass durch statische Fehlstellungen unterschiedliche Belastungen auf den Körper einwirken. Dies führt zu muskulären Überbelastungen und letztlich irgendwann einmal zum Schmerz. Löst man die Blockaden nicht, ist man auch auf Dauer nicht erfolgreich. Es ist schon erstaunlich, dass der Fersensporn so erfolgreich zu behandeln geht. Sicher wird es auch mal einen Patienten geben, dem ich den Fersensporn nicht wegtherapieren kann. Aber bis dahin bin ich glücklich darüber, so eine wahnsinnig erfolgreiche Therapie entdeckt zu haben.
Dr. Dieter Sielmann, Kurparkallee 2, 23843 Bad Oldesloe, Tel. 04531/82544, E-Mail dsielmann@foni.net
Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 08/2004
S. 51 / 52
Neuartige Migränetherapie durch Kinesio Taping
Dieter Sielmann
Zusammenfassung
15 Patienten wurden erstmalig durch Kinesio-Taping-Methode erfolgreich von ihrer Migräne befreit. Kinesio-Taping ist aufgrund ihres Tapematerials und ihrer Anwendungstechnik eine neuartige Tapemethode. Durch den fast 100%igen Erfolg dieser neuartigen Methode wird behauptet, dass die Migräne eine rein muskuläre Erkrankung darstellt.
Kinesio-Tape-Methode wurde vor 30 Jahren von dem japanischen Chiropraktiker Kenzo
Kase erstmalig entwickelt. Ein eigen von ihm entwickeltes Tapematerial und die von ihm beschriebene Anwendungstechnik nutzen dem körpereigenen Heilungsprozess des Menschen.
Kinesio-Taping nimmt Einfluss auf das neurologische und zirkulatorische System des Patienten. Bei den bekannten konventionellen Tapemethoden kannten wir bisher kein dehnbares Material. Bisher wurde mit dem herkömmlichen Tape die Immobilisierung der Gelenke und die bewusste Einschränkung der Bewegungsabläufe beabsichtigt. Die zirkulatorische Stauung durch das Tape war eher hinderlich am Heilungsprozess.
Durch die Kinesio-Taping-Methode wird der Heilungsprozess positiv beeinflusst, da die verletzten Strukturen aktiviert, anstatt immobilisiert werden. Die beschichtete Rückseite des Tapes besteht aus
100 % Acryl. Die Dehnbarkeit des Tapes ist mit unserer Haut vergleichbar. Das Tape ist so beschaffen, dass es Schweiß absondert. Es wird über Wochen getragen und zeigt nur sehr selten Hautreizungen. Nach dem Auftragen des Tapes hat der Patient dadurch eine 24-stündige lymphatische Massage.
Der Zufall spielte mit!
Bei der Behandlung von muskulären Verspannungen im Hals- und Schulterbereich mit Kinesio-Taping berichteten die Patienten nicht nur von deutlich verbesserter Beweglichkeit und Schmerzfreiheit, sondern sie gaben auch an, dass ihre Migränebeschwerden rückläufig seien oder verschwunden wären.
Wir befragten daraufhin die Patienten gezielt, ob sie neben den muskulären Schmerzen auch unter Migräne litten. Diese Patienten wurden nun unter dem Aspekt der Migränebehandlung gezielt beobachtet.
Es zeigte sich bei den Migränepatienten ein nahezu schablonenartiges Triggermuster. Je nach Schwere und Dauer waren die Triggerpunkte schmerzintensiver und von der Anzahl der Triggerpunkte erhöht. Es wurden alle Patienten beginnend von der Halsmuskulatur bis zu den Handgelenken hin abgetastet. Hierbei stellen wir deutlichen Druckschmerz im Muskelursprung und im Muskelbauch fest. Die meisten Patienten hatten die gleichen Schmerzmuster, Druckpunkte vom Hals bis zu den Handgelenken. Teilweise wurde auch eine deutliche Bewegungseinschränkung gesehen.
Die Patienten wurden die ersten vier Wochen jedes Mal vollkommen neu getapet. Es waren anfangs ca. 12 bis 16 Tapes nötig. Von Woche zu Woche wurden aufgrund der fehlenden Schmerzhaftigkeit und der Muskulaturlockerheit an diesen Stellen keine Tapes mehr appliziert.
Erstmalig wurden mit der Kinesio-Taping-Methode 15 schwere Migränepatienten erfolgreich therapiert. Weitere sind in Behandlung. Hierbei handelte es sich um einen nahezu 100%igen Erfolg. Alle bisher in die Therapie einbezogenen Patienten sind heute über vier Monate beschwerdefrei. Bei dem Patientengut handelt es sich um zufällig in der Praxis erschienene Patienten, die seit mehreren Monaten oder Jahrzehnten unter Migräne litten. Entscheidend ist die Beobachtung, dass man die Behauptung aufstellen muss, dass eine überwiegend muskuläre Verspannung die Ursache für die Migräne ist. Oftmals hatten die Patienten berichtet, das nach Massage die Migränebeschwerden für kurze Zeit gebessert, aber nie weg gewesen seien.
Auswertung
Bei den 15 beobachteten Patienten handelt es sich um 14 Frauen im Alter von 36 bis 60 Jahren, wobei die Frauen um 40 Jahren den größten Anteil ausmachten. Diese Frauen hatten teilweise erschreckende Anamnesen von 30 und mehr Migränejahren, es wurden große Mengen von Medikamenten konsumiert, tagelang im Bett verbracht usw. Ein Mann im Alter von 45 Jahren hatte seit über 20 Jahren schwerste Migräne. Als dieser in meiner Praxis erschien, war er nicht in der Lage normal entspannt zu stehen oder zu sitzen. Er stand auf einem Bein „um die Schmerzen aus der LWS aufzufangen“, wie er meinte. Nachdem wir ihn durch unser Kinesio-Taping im Rücken sofort schmerzfrei hatten, konnten wir uns der Therapie der Migräne widmen.
Die Behandlungsdauer war meistens 8 bis 16 Wochen. Die meisten Patienten verspürten schon in der ersten Woche der Behandlung eine Besserung ihrer Beschwerden. Die Migräneanfälle nahmen meistens nach der 4. Woche der Behandlung drastisch ab. Bei auftretenden Anfällen halfen die bisher eingenommenen Medikamente erstaunlicher Weise alle nicht, bis auf Imigran.
Die Patienten begannen ihre gewohnten Medikamente mehr und mehr abzusetzen. Bei einer Patientin, die seit Jahrzehnten täglich Cafergot Sup. regelmäßig konsumiert, kam es nach einem abrupten Absetzen zum Kreislaufkollaps. Durch langsames Ausschleichen mit 3 mal 1/3 Sup./Woche und weiterer abnehmender Tendenz ist die Patientin heute auch von diesem Abusus befreit.
Da jeder Patient individuell gesehen werden muss, sprengt es den Rahmen über alle zu berichten. Alle Patienten sind seit über vier Monaten beschwerdefrei (bis auf zwei Patienten, eine hatte die Therapie zu früh abgebrochen und war somit nicht austherapiert worden, eine andere Patientin hatte nach 16 Wochen Schmerzfreiheit einen Rückfall, die jedoch nach erneutem Taping sofort wieder schmerzfrei wurde), nehmen keine Medikamente mehr und hatten die Auflage, sich sofort zu melden, wenn nochmals ein Anfall auftreten würde.
Es zeigte sich im Laufe der Behandlung, dass die anfangs stark ins Auge fallende Muskelverhärtung und Druckschmerzhaftigkeit mit der Zeit immer rückläufiger waren. Wir konnten die Therapie beenden, wenn wir keinerlei Schmerzpunkte mehr feststellen konnten, die Muskulatur weich und locker war und die Beweglichkeit in keinster Weise eingeschränkt war.
Erwähnen möchte ich auch, dass diese Therapie noch keine Kassenleistung ist. Wenn die Kasse jedoch einmal ausrechnen würde, was sie dadurch an Medikamenten, Ausfallzeiten, Krankengymnastik oder Massagen sparen könnte, abgesehen von der Lebensqualität, die diese Patienten dadurch erfahren haben, so sollten die Kassen sich schnell darum bemühen.
Abschlussbetrachtung
Die Theorien über die Migräne sind vielschichtig. Für mich steht heute eindeutig fest, dass die Migräne eine rein muskuläre Erkrankung ist, die durch intensive Massage, am besten 24 Stunden pro Tag, oder durch die Kinesio-Taping-Methode, die eine 24-stündige Massage garantiert, erfolgreich behandelt werden kann.
Zurzeit beobachten wir die Wirkung von Kinesio-Taping bei Harninkontinenz, Tinnitus und spastischen Erkrankungen.
Literatur beim Verfasser
Dr. Dieter Sielmann, Kurparkallee 2, 23843 Bad Oldesloe
Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 05 / 2002
S. 56 / 57
Schmerztherapie des 21. Jahrhunderts
ohne Medikamentenbelastung durch Kinesio-Taping
Dieter Sielmann
Diejenigen, die meinen Artikel über Migränebehandlung mit Kinesio-Taping gelesen haben, wollten mehr über diese Methode wissen. Da es sehr wenig oder besser fast keine wissenschaftlichen Abhandlungen gibt, versuche ich in Kürze einiges über diese neue Methode zu berichten.
Seit über einem Jahr beschäftige ich mich mit dieser revolutionären neuen Art der Schmerztherapie ohne Medikamentenbelastung.
Diese Therapieform nennt man Kinesio-Taping.
Kennen gelernt habe ich diese Methode, als ich selbst massivste Rückenschmerzen hatte, die trotz Medikation und Spritzen eines Kollegen nicht verschwanden.
Als ich jedoch nach dieser neuen Methode behandelt wurde, verstand ich es nicht, warum ich sofort schmerzfrei war.
Ich habe diese Methode dann in seinen Grundzügen erlernt und war so begeistert, dass ich alles Mögliche mit dieser Methode behandelt habe. Es war ein schönes Gefühl, wenn Patienten mit Schmerzen manchmal gleich, aber wenigstens nach einigen Behandlungen absolut schmerz-
frei waren und dies ohne jegliche medikamentöse Belastung.
Es fällt auf, dass die meisten Schmerzen muskulär bedingt sind. Patienten mit Diagnosen wie Meniskusschaden, Bandscheibenvorfälle, Coxarthrosen, Gonarthrosen oder Spinalkanalverengung mit Schmerzen werden erfolgreich mit dieser Methode behandelt, aber nur weil die Patienten eben nicht wegen der genannten Diagnosen Schmerzen haben, sondern weil sie ein muskuläres Problem haben.
Wir können die Muskulatur leider nicht darstellen und nehmen sie somit auch kaum wahr. Es gibt kein bildgebendes Verfahren, dass eine vollgelaufene oder entzündliche Muskulatur darstellt.
Ob es sich um ein Wirbelsäulensyndrom, Schiefhals, chr. Schmerzustände, Migräne oder Spannungskopfschmerz, Arthroseschmerzen, Prellungen, Skoliosen, Fersensporn, Prostatitis, Beeinflussung auf innere Organe (Obstipation, Colitis ulcerosa, Harninkontinenz), LWS-Syndrom (JSG-Blockierung, Ischalgie, Diskusprolaps), Coxarthrose, Gonarthrose (Post-OP), MS-Spätfolgen, Muskelteilrupturen, Gelenkdistorsion, Thrombophlebitiden, Lymphödem (obere und untere Extremitäten), Apoplexspätzustände, Intercostalneuralgien, Epicondylitis, Muskelfaserrisse, Gelenkdistorsionen, Thrombophlebitis, Carpaltunnelsyndrom, muskulärer Tinnitus, Lymphstauungen, Knieschmerzen verschiedener Genese oder sonstige muskuläre Schmerzen handelt, alle diese Krankheitsbilder werden erfolgreich therapiert, teils sofort schmerzfrei, so doch sofort deutlich schmerzgelindert.
Wirkungsweise des Kinesio-Taping:
Typischer Knietape
Eigentlich ist es zu simpel um es zu glauben. Aber wenn man sich die Wirkungsweise verdeutlicht, erkennt man die einfache, aber wirkungsvolle Therapie.
Wenn man massiert wird, liegt man bekanntlich ruhig da und der Masseur bewegt die Haut und das Unterhautfettgewebe. Wenn ich jedoch die Haut festklebe und der Körper bewegt sich, erreiche ich das gleiche nur nicht über 15 Minuten, wie beim Masseur - sondern 24 Stunden am Tag.
Das Tape ist elastisch und hat eine Eigenspannung von 10 %, die nach Bedarf bis auf 140 % ausgedehnt werden kann. Es ist wasserfest und schweißdurchlässig, es lässt sich auch wieder problemlos von der Haut lösen.
Das Tape wird immer in Vordehnung aufgetragen. Wenn der Körper sich danach entspannt, kann man die Faltenbildung auf der Haut deutlich sehen. Das heißt, ich hebe die Haut an und verschaffe somit im Unterhautfettbereich Entlastung und mehr Platz für Durchblutung und vermehrten lymphatischen Stoffwechsel (warum man Kinesio-Taping besonders erfolgreich in der Lymphdrainage einsetzt). Man stelle sich vor, über 24 Stunden am Tag therapiere ich den Körper mit Lymphdrainage. Sieht man sich dann die Schmerzpatienten genau an, so stellt man fest, dass bei den meisten Schmerzpatienten die Muskelansätze und der Muskelbauch massiv schmerzhaft bei Druck angegeben werden. Warum ist eine Muskulatur hart und schmerzhaft? Weil sie voller Gewebswasser gelaufen ist oder sogar entzündet ist.
Dieses Gewebswasser oder auch Lymphe wird nun 24 Stunden lang therapiert. Folge ist, dass die Muskulatur weicher wird, die Entzündung abgebaut wird, folglich verschwinden die Schmer- zen, die Beweglichkeit verbessert sich und die Patienten werden somit ursächlich therapiert und das ohne Medikamente und keinerlei Nebenwirkungen. Selbst wenn ich das Tape auf eine falsche Stelle klebe, erreiche ich zwar keine Heilung, ich verursache aber auch keine unangenehmen Nebenwirkungen. Der Patient kommt einmal in der Woche oder auch alle zwei Wochen um das Tape zu wechseln.
Wie erklärt man sich die sofortige Schmerzfreiheit bei dieser Behandlung? Die Hautnerven, hier sind es die dicken A-Beta Hautnerven, hemmen die dünnen C-Schmerzfasern der Muskulatur (gate control theory of pain von Melzack und Wall). Akute Schmerzen wie Hexenschuss, Prellungen oder Schleudertrauma werden sofort schmerzfrei.
Schulterschmerz-Tape (Fotos: Dr. Sielmann)
Ich sehe immer wieder gern die verblüfften Gesichter, der sofort schmerzfreien Patienten, die sich die oben genannten Wirkungen nicht mit solch einfacher Therapie vorstellen können.
Viele Patienten sind seit Monaten von ihren chronischen oder akuten Schmerzen befreit und führen wieder ein lebenswertes schmerzfreies Leben.
Ich möchte auch behaupten, wenn man bei Schmerzen erst einmal die Kinesio-Taping-Methode einsetzen würde, und der Patient danach schmerzfrei ist, erspare ich dem Patienten viele Untersuchungen wie Röntgen, CT-Untersuchung oder Kernspinuntersuchungen. Ich erspare dem Patienten viele Schmerzstunden sowie Kosten, die durch Tabletteneinnahme oder häufige Massagen entstehen. Ich erspare dem Patienten vor allen unnötige Operationen. Was die Operationen betrifft, so konnte ich schon viele Hüft-, Knie- oder Bandscheibenoperationen absagen. Auch ein Carpaltunnelsyndrom sollte man erst einmal mit Kinesio-Taping behandeln. Fragt man sich, warum bekommt jemand ein Carpaltunnelsyndrom, weil er seine Muskulatur überlastet und diese folglich volläuft, was wiederum zur Folge hat, dass die Nerven komprimiert werden und somit Missempfindungen und Schmerzen in den Händen erleben lässt. Ich habe schon einige OP-Termine durch die Behandlung mit Kinesio-Taping absagen können.
Dass ich die Migräne mit annähernd 99 % Erfolg behandelt habe, ist ein reiner Zufall. Bei der Behandlung von Nackenschmerzen und Schulterschmerzen erzählten auf einmal einige Patienten, sie hätten auch keine Migräne mehr. Ähnlich geschah es auch mit dem Tinnitus. Ich hatte einen Patienten, der nachdem die gesamte Halsmuskulatur abgetapet worden war, plötzlich erklärte, er könne seinen Tinnitus allein durch Bewegung des Kopfes an und ausschalten, dass er einen Tinnitus hatte erfuhr ich erst dadurch.
Es klingt alles etwas zu einfach und die größte Schwierigkeit, mit der alle zu kämpfen haben, ist, dass man sich die schnelle schmerzfreie Wirkung nicht so richtig vorstellen kann.
Wir müssen es hinnehmen, dass viele Schmerzzustände muskulär bedingt sind und das wir viele teure Untersuchungen einsparen könnten, wenn man erst einmal mit einer schonenden Therapie anfangen würde, um dann bei Erfolglosigkeit immer noch aufwendige Untersuchungen durchführen könnte.
Bedenkt man, dass wir mit dieser Methode nur die Hälfte der Operationen einsparen könnten, so ist die Tragweite dieser Methode noch lange nicht absehbar.
Die Methode ist nicht schwer zu erlernen. An zwei Wochenenden ist man soweit ausgerüstet, dass man die wichtigsten Krankheiten mühelos behandeln kann.
Dr. Dieter Sielmann, Lilienweg 18, 23843 Bad Oldesloe
Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 11 / 2002
S. 36 - 38